1966 stand in der „Offenbach Post“ im Bericht zum entscheidenden Spiel um die Hessenmeisterschaft: „Bravo tapfere Offenbacher Basketballer, die auf dem ungewohnten Roßdörfer Freiplatz eine brilliante Leistung zeigten.“ Es war sicher für alle Gastvereine ein fürchterlicher Gedanke, im Herbst oder Frühjahr bei Wind, manchmal etwas Regen oder niedrigen Temperaturen im Freien zu spielen. Dabei konnten die Offenbacher noch froh sein, dass das Spiel nicht auf Grasnarbe von 1946 oder dem Sandplatz (bis 1952), sondern auf dem Asphaltplatz ausgetragen wurde, auf dem schon einmal die Pfützen gekehrt werden konnten, ohne das gleich neue Löcher für den nächsten Regen entstanden. Ein Spielverbot für hessische Oberliga-Mannschaften auf Freiplätzen zwang die Roßdörfer 1969 zur Wanderschaft in Hallen nach Eberstadt, auch nach Ernsthofen und zu den „Fast“-Heimspielen nach Grundernhausen, bis 1973 die Rehberghalle zur Verfügung stand.
Heute sind die Basketballer in der glücklichen Lage, neben der Rehberghalle noch die Großsporthalle der Justin-Wagner-Schule benutzen zu können.
Die ersten Basketballgeräte in Holzausführung werden in Selbsthilfe auf dem Sportplatz errichtet, dort, wo auch heute noch der Freiplatz anzutreffen ist. Das Material stellt die Firma Kayser und Seibert zur Verfügung. Der Belag? Rasen, oder besser gesagt Gras, mit Maulwürfen und Mäusen als Untermieter.
Die Arheilger Turnhalle ist der erste Winterspielort für Freundschaftsspiele. Aber auch in Roßdorf gibt es eine Halle! Im Saal Kräber, heute Getränke-Markt in der Jahnstraße, werden Spiele ausgetragen.
Die Grasnarbe auf dem Freiplatz wird entfernt und eine Grusschicht mit Unterstützung der Odenwälder Hartsteinindustrie durch Arbeiter der Gemeinde und in Selbsthilfe aufgetragen. Fünf Jahre lang werden zu jedem Spiel und besonders nach Regen die Markierungen nachgezogen.
Die Trainingsmöglichkeiten in der Quartermasterschool haben ein Ende. Die Turnhalle in der Schulgasse muß zum Üben herhalten. Familie Michel im ersten Stock hat sicher ihre helle Freude, wenn die Bälle gegen die Wohnzimmerwand fliegen.
Der Asphaltplatz entsteht. Man ist nicht mehr so sehr vom Wetter abhängig, auch nach einem Regenguß kann gespielt werden. Ist ein Spiel einmal angepfiffen, bringen es „unsere“ Schiedsrichter in den meisten Fällen auch über die Zeit.
Der Freiplatz erhält Beleuchtung, keine Flutlichtanlage, sondern zwei mehr oder weniger wackeliga Lampen. Es reicht, um auch bei Dunkelheit trainieren zu können.
Die „alte“ Korbanlage aus Holz von Schreinermeister Amann aus dem Jahre 1949 hat ausgedient, trotz Eisenschiene und Betonfuß, Farbe und Nägeln.
Eine in Selbsthilfe und nach eigenen Plänen errichtete Stahlkonstruktion mit Plexiglasbrettern bringt endlich eine unverwüstliche Korbanlage. Wer will, kann sie ansehen und ausprobieren.
Spielverbot auf Freiplätzen für alle Oberliga-Mannschaften in Hessen – erstes Ausweichquartier ist die Gutenbergschule in Eberstadt, danach noch Ernsthofen.
Mit der Mehrzweckhalle in Gundernhausen haben die Roßdörfer endlich eine Halle in der nächsten Umgebung zur Verfügung.
Die Rehberghalle wird fertig. Der Dank der Basketballer an die Gemeinde: Hessenmeister der Herren.
Es gibt mit der Großsporthalle der Justin-Wagner-Schule nun zwei Spielstätten in Roßdorf. Ideale Sportbedingungen für die Basketballer.
Mit der Zahlwaldhalle baut die Gemeinde Roßdorf eine weitere Großsporthalle, um dem chronischem Mangel an Trainingsplätzen – und zeiten zu begegnen.